
Hygienestandards in der Arztpraxis: Was die Reinigung leisten muss
In Arztpraxen ist Reinigung nicht nur Optik — sie ist ein Teil des Hygienemanagements, mit klaren Vorgaben durch das Infektionsschutzgesetz, die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) und die Empfehlungen der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention). Was heißt das konkret für die Reinigung durch eine externe Firma? Und woran erkennen Praxisbetreiber:innen eine geeignete Reinigungsfirma?
Drei Reinigungsstufen — klar unterschieden
In einer Praxis gibt es drei unterschiedliche Reinigungsstufen, die nicht vermischt werden dürfen:
- Routine-Reinigung im nicht-patientennahen Bereich (Empfang, Wartezimmer, Flure): sichtbare Verschmutzungen entfernen, Flächen feucht wischen, Fußböden pflegen.
- Desinfizierende Reinigung im patientennahen Bereich (Behandlungsräume, Sanitär, Tresen): Flächen zusätzlich mit einem VAH-gelisteten Flächendesinfektionsmittel behandeln — sprühen oder wischen, Einwirkzeit beachten, kein Nachwischen.
- Schlussdesinfektion nach Kontakt mit meldepflichtigen Erregern oder bei Bedarf — eine gezielte, dokumentierte Maßnahme, die in einem Hygieneplan klar geregelt ist.
Was der Hygieneplan von Ihnen erwartet
Jede Praxis braucht einen individuellen Hygieneplan. Dieser legt fest, welche Flächen wie oft und mit welchem Mittel gereinigt oder desinfiziert werden. Er ist für Sie als Praxisbetreiber:in ein Muss — und für Ihre Reinigungsfirma die Arbeitsgrundlage. Eine gute Reinigungsfirma fragt nach Ihrem Hygieneplan, bevor sie kalkuliert.
Anforderungen an die Reinigungskräfte
In Arztpraxen reinigen heißt: geschult sein. Konkret:
- Einweisung in den praxisspezifischen Hygieneplan
- Kenntnis der Unterscheidung zwischen Flächenreinigung und Flächendesinfektion — und wann welche erforderlich ist
- Korrekte Anwendung der Mittel (Konzentration, Einwirkzeit, keine Mischung von Produkten)
- Farbcode-System für Reinigungstextilien: typisch rot für WC / Sanitär, blau für Allgemeinflächen, grün für Küche / Patientennahe Bereiche, gelb für Empfang / Wartezimmer — damit nichts verwechselt wird.
- Schutzkleidung (Handschuhe, bei Bedarf Schutzbrille)
Produkte und Dokumentation
Nur VAH-gelistete Desinfektionsmittel sind für den professionellen Einsatz in Praxen zugelassen. Die Reinigungsfirma muss einen Nachweis führen, welche Produkte sie verwendet (Sicherheitsdatenblätter sind auf Anfrage auszuhändigen). Empfohlen wird eine Einsatzdokumentation: wann wurde gereinigt, wer war vor Ort, welche Räume — idealerweise digital per QR-Code oder App.
Was Sie von einer Reinigungsfirma konkret erwarten dürfen
Die sechs Punkte, die Sie im Angebotsgespräch prüfen sollten:
- Werden die Reinigungskräfte speziell für Praxen geschult — und gibt es einen Nachweis (Zertifikat / Schulungsprotokoll)?
- Wird mit einem Farbcode-System gearbeitet?
- Welche Desinfektionsmittel (VAH-Liste) werden eingesetzt?
- Wie wird die Reinigung dokumentiert — und wie können Sie das einsehen?
- Gibt es eine feste Ansprechperson für Rückfragen zur Hygiene?
- Ist die Firma gegen Personen- und Sachschäden ausreichend versichert (mind. 3 Mio. € Deckung)?
Unser Ansatz
Unsere Teams für Praxisreinigung sind zusätzlich auf Hygiene in medizinischen Einrichtungen geschult. Wir arbeiten nach Hygieneplan, verwenden VAH-gelistete Produkte, nutzen ein konsequentes Farbcode-System und dokumentieren jeden Einsatz. Der Rhythmus wird mit Ihnen gemeinsam festgelegt — meist werktäglich nach Sprechstundenende, mit einer kurzen Zwischenreinigung vor dem Nachmittag wenn gewünscht.
Besprechen Sie Ihr Praxiskonzept unverbindlich mit uns — wir kommen in Ihre Praxis, schauen uns die Gegebenheiten gemeinsam an und erstellen ein konkretes, auf Ihren Hygieneplan zugeschnittenes Angebot.